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Historisches Museum Frankfurt

Informationsarchitektur für einen vielschichtigen Gang durch die Geschichte

Der Neubau des Historischen Museum Frankfurt lädt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart der Stadt ein. 14 städtische Sammlungen vermitteln ein weites Spektrum an kulturhistorischen Themen. 36 interaktive Stationen ermöglichen die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart. Nachdem bereits 2012 die Ausstellung im historischen Gebäudekomplex des Museums eröffnet wurde, konnte nun die 4'200m2 grosse Ausstellung im Neubau eingeweiht werden.

Organisation von Objekten und Daten

iart zeichnet für das Gesamtkonzept und die Medienplanung der insgesamt 36 verschiedenen interaktiven Stationen verantwortlich. Manche Medienstationen können flexibel mit wechselnden Inhalten bespielt werden. Andere sind hingegen spezifisch auf gewisse Inhalte und damit verbundene Interaktionen zugeschnitten. Für alle Stationen wurden Themen bestimmt, Storyboards angelegt und Screen Designs erstellt. Daraufhin wurden die Leitlinien zur Umsetzung festgelegt und die Ausschreibung organisiert. Zudem wurden die Inhalte bei 20 Stationen selbst umgesetzt.

Die Ausstellung basiert auf einem komplexen Ineinandergreifen von physischen Objekten und einer Fülle digitaler Informationen. Um sie zu organisieren und zukünftig flexibel organisierbar zu halten wurde ein übergreifendes Content Management System installiert. In der Entwicklung mussten Schnittstellen zu verschiedenen bestehenden Datenbanken nutzbar gemacht und den komplexen Sicherheitsanforderungen entsprochen werden. Von dieser Basis aus wird heute nicht nur die Website des Museums gespeist, sondern werden auch Informationen in unterschiedlichen Formaten für eine Fülle von Medienstationen bereitgestellt.

Diversität der Medienstationen

An der Stirnseite des Ausstellungsraumes im ersten Stock ist die Wand bedeckt mit Portraits berühmter Frankfurterinnen und Frankfurter. Ein interaktiver Medientisch liefert Hintergrundinformation zu dieser «Galerie der Ahnen». Hier sind die Gemälde – wie sie vor Ort gehängt sind – digital reproduziert. Per Touchscreen lässt sich die Galerie nach rechts und links durchstreifen. So können Hintergrundinformationen zu jedem Bild abgerufen werden.

Unter dem Titel «Ortsgeschichten» lässt sich spielerisch an einem interaktiven Tisch das Gedächtnis erproben: Über eine Karte von Frankfurt sind historische und aktuelle Ansichten von Plätzen und Gebäuden verteilt. Per Drag and Drop können diese an die richtigen Orte gezogen werden. So kommen verschiedene historische Stadien zur Überlagerung und wird Veränderung sichtbar.

Im obersten Stock befindet sich ein riesiges physisches Modell der Stadt Frankfurt, um das die Besucherinnen und Besucher herumgehen können. Es ermöglicht jene Übersicht, die im realen Stadtraum nicht immer möglich ist. Der Fülle verschiedener Gebäude steht eine Fülle an Informationen auf den angrenzenden Wänden gegenüber: Zwei Projektionen liefern demografische Daten: Immigration und Emigration, Bevölkerungswachstum, Transport, Miete, Einkommen usw.

Der digitale Fotoautomat ermöglicht hingegen eine Selfie-Reise durch Frankfurt: Die vor Ort aufgenommenen Portraits der Besucherinnen und Besucher werden freigestellt und in Ansichten historischer Gebäude gefügt. Die Verbindung von Mensch und Stadt wird hier direkt ins Bild gesetzt.

In der «Bibliothek der Generationen» werden Objekte und Zeugnisse von Menschen aufbewahrt, deren Leben stark durch die Stadt Frankfurt geprägt wurde. Alle Beteiligten werden durch die bereits Involvierten nominiert. So entsteht auch ein Bild der Beziehungen zwischen den Menschen. Die mit den physischen Objekten korrespondierende Datenbank wird durch eine Schnittstelle zur webbasierten Management-Anwendung MuseumPlus gespeist.

Ausstellungsort

Frankfurt

Leistungsphasen

Konzeption, Planung, Realisierung

Projektdauer

7 Jahre

Eröffnung

7. Oktober 2017

Ausstellungsdauer

Dauerausstellung

Ausstellungsfläche

3000 m2