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iart bei den Olympischen Winterspielen Pyeongchang 2018

In einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Architekten Asif Khan hat iart Kernstücke des Auftritts der Hyundai Motor Company an den Olympischen Winterspielen in Südkorea realisiert. 

Der von Khan gestaltete Pavillon ist mit Vantablack VBx2 beschichtet, einem tiefschwarzen Material, das 99% des einfallenden Lichts absorbiert. Tausende weisse Lichtpunkte, die an den Fassaden des Gebäudes angebracht sind, lassen die Illusion einer Sternenkonstellation inmitten des Weltalls entstehen.

Sterne, von Software gesteuert

iart hat die Simulation des Sternenhimmels technisch entwickelt, geplant und umgesetzt. Speziell für das Projekt entworfene LEDs sind in Anlehnung an ein Sternenbild auf den parabolisch geformten Fassaden des Gebäudes angeordnet. Indem hellere «Sterne» weiter hervorstehen als dunklere, entsteht eine dreidimensionale Formation, die vor dem Gebäude in der Luft zu schweben scheint. Die LEDs sind über 65'535 Stufen dimmbar (16 Bit), um die Fassaden in möglichst feinen Verläufen an die Lichtunterschiede zwischen Tag und Nacht anpassen zu können.

Zur Ansteuerung und Bespielung der Fassade hat iart eigene Software entwickelt. Bei der Inbetriebnahme wurde mithilfe einer Kamera jede LED-Position genau verortet, wodurch jedes LED inhaltlich ansteuerbar wird. Speziell ist auch der Effekt des Funkelns der Sterne, der in der Natur durch die Lichtbrechung in der Erdatmosphäre hervorgerufen wird und den wir mit einer Rauschfunktion simulieren (Perlin-Noise). Die Helligkeit der LEDs jeder Fassadenseite wird zudem auf das jeweilige Umgebungslicht adaptiert. Hierfür kommt ein Lichtsensor zum Einsatz, der acht Millionen Stufen von 0.01 Lux – 83'000 Lux erkennen kann – ähnlich wie ein menschliches Auge.

25'000 einzelne Wassertropfen pro Minute

Im Inneren des Pavillons hat Khan einen lichtdurchfluteten Raum gestaltet, in dem Wassertropfen zu einer komplexen, ständig bewegten Choreographie finden. Besucher können mittels haptischer Sensoren mit der Installation interagieren. Jede Minute werden 25'000 Wassertropfen verströmt, laufen über die hydrophobe Oberfläche der Installation, vereinen und teilen sich wieder. Die einzelnen Tropfen laufen in einem See zusammen, der sich innert Minuten füllt und wieder leert.

iart war für die technische Entwicklung und Umsetzung der Installation verantwortlich, wobei insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Element Wasser eine spannende Herausforderung darstellte: Wie werden die Wassertropfen erzeugt? Wir gross sollen sie sein? Wie schnell? Wie können wir eine hydrophobe Oberfläche realisieren?

Basierend auf den Erkenntnissen aus zahlreichen Tests und Prototypen wurde ein Exponat aus Corian gebaut. Zudem hat iart die interaktiven Elemente umgesetzt: Besucher können Wasser in die Installation giessen oder durch Bewegen der Hand über Sensoren die Abgabe von Wassertropfen beeinflussen. Die Wasseraufbereitung und -bereitstellung realisierte iart in Zusammenarbeit mit dem Institut für Thermo- und Fluid-Engineering der FHNW.

Der Pavillon an den Olympischen Winterspielen in Südkorea steht im Kontext von Hyundais zukunftsweisender Initiative zu sauberer Mobilität mit Wasserstoff. Die Eröffnung der Spiele fand am Freitag, 9. Februar 2018 statt.