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'Der junge Picasso' in der Fondation Beyeler

Der multimediale Vermittlungsraum

 «Der junge Picasso - Blaue und Rosa Periode» ist die grösste Ausstellung in der Geschichte der Fondation Beyeler. Rund 75 Gemälde zeigen die atemberaubende Entwicklung Picassos vom hochbegabten 18-Jährigen bis zur kubistischen Revolution, die er 1907 mit nur 25 Jahren einleitete.

Ein multimedialer Vermittlungsraum ermöglicht zum Abschluss der Ausstellung die spielerische Vertiefung in Leben und Werk von Picasso. Er wurde von iart im Auftrag von und in Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler konzipiert, gestaltet und realisiert. Nach der Gauguin-Show 2015 und der Ausstellung zum Blauen Reiter 2016 durften wir somit bereits zum dritten Mal einen multimedialen Vermittlungsraum für die Fondation Beyeler realisieren.

Spielerische Vertiefung dank interaktiver Bücher

Verteilt im Raum sind sechs interaktive Bücher. Sie verbinden die haptische Erfahrung herkömmlicher Bildbände mit den Möglichkeiten interaktiver Medien und der Leuchtkraft digitaler Farben. Bestimmte Bereiche der Seiten sind gedruckt, andere werden durch projizierte bewegte Bilder bespielt. Zum Beispiel gleiten Fotos von Atelier, Galerie oder Kneipen ins Buch, wenn ein Ort auf der Karte von Paris mit dem Finger berührt wird; Farben von Gemälden verändern sich durch Berührung; ein «Scanner» legt bei Berührung die tieferliegenden Schichten von Gemälden frei; vorbereitende Skizzen erweitern den Blick auf ein Meisterwerk; oder aber: eine Katze huscht über ein im Buch gedrucktes Hausdach… Kurze Klangelemente untermalen die Bewegungen im Buch und geben Feedback bei der haptischen Interaktion. In drei Sprachen können Hintergrundinformationen aufgerufen werden. Inhaltlich fokussieren die Bücher auf die stilistische Entwicklung Picassos.

Historisches Panorama im Film

Den biografischen Kontext zeigt ein zentral an die Wand geworfener Film und liefert damit den roten Faden zu den verschiedenen Themen in den Büchern. In zehn Kapiteln erzählt er von den prägenden Ereignissen zwischen 1900 und 1907: Als 18-Jähriger reist Picasso zur Weltausstellung; kurz darauf bringt sich sein Freund Carles Casagemas um; Picasso lebt in Montmartre in grosser Armut… Historische Filmaufnahmen aus Paris, Barcelona oder Gosol lassen die Betrachterinnen und Betrachter in die Atmosphäre der Zeit eintauchen. Dazwischen scheinen zentrale Gemälde in Grossaufnahmen auf und verdeutlichen die künstlerische Entwicklung, Texteinblender in drei Sprachen exemplifizieren die Zusammenhänge von Leben und Werk. Die ursprünglich stummen Aufnahmen sind unterlegt von einem Klangteppich, der einerseits Geräusche der Lebenswelt aufscheinen lässt – der Hafen von Barcelona, die geschäftigen Strassen von Paris, die Ruhe der Pyrenäen – und die emotionale Stimmung der unterschiedlichen biografischen Phasen prononciert.

Der Multimediaraum eröffnet ein historisches Panorama und bringt die Besucher in direkte Berührung mit Picassos Schaffensprozess. Er lädt Erwachsene, Kinder und ältere Menschen gleichermassen zum Verweilen ein und erweitert so das Erlebnis einer aussergewöhnlichen Ausstellung.

Ausstellungsort

Riehen

Leistungsphasen

Konzeption, Planung, Realisierung

Projektdauer

1 Jahr

Eröffnung

2. Februar 2019

Ausstellungsdauer

4 Monate